Berlin-Film-Katalog (in Vorbereitung)

Rarität des Monats November 2013

Die Auswahl an Berlin-Filmen, die in den Kinos wie im Fernsehen läuft, wird immer kleiner. Das Filmbild der Stadt wird dementsprechend von immer weniger Werken geprägt. Und immer mehr Berlin-Filme, darunter auch bedeutende, geraten in Vergessenheit.

Deshalb und um zu zeigen, daß Berlin-Film-Katalog nicht nur auf Geld wartet, gibt es den Jour fixe des selten gezeigten Berlin-Films: Seit Juni 2012 wird jeweils am zweiten Montag im Monat im Brotfabrikkino eine Berlin-Film-Rarität präsentiert.

Vom 11.-16. November 2013 um 18 Uhr lief

 

Der sexte Sinn

BRD 1984 – 85 Min. – 35 mm (1:1,66) – Farbe
Regie, Buch: Dagmar Beiersdorf, Lothar Lambert. Kamera: Hans-Günther Bücking, Jürgen Podzkiewitz. Ton: Slavko Hitrov, Klaus Klingler. Schnitt: Verena Neumann, Lothar Lambert, Doreen Heins. Licht: Wolfgang Rühl, Wolfgang Kluge. Maske: Roswitha Tischler. Regieassistenz: Marianne Czulius. Script: Doreen Heins. Musik: Albert Kittler, Martine Felton. Produktionsleitung: Helga Stegmann, Wolfgang Krenz.
Darsteller: Albert Heins, Ingolf Gorges, Ulrike S., Ela Behrends, Jutta Klöppel, Barbara Morawiecz, Mustafa Iskandarani, Susanne Stahl, Dorothea Moritz, Maria Seitz, Dennis Buczma, Imke Barnstedt, Erika Rabau, Marion Herschel, Renate Wannags.
Produktion: Horizont-Filmproduktion in Coproduktion mit dem Norddeutschen Rundfunk (Redaktion: Eberhard Scharfenberg).

Erstaufführung: 3. Juli 1985, Hamburg, Abaton (Grindelhof/Allende-Platz 3; Hamburger Kinotage)
Kinostart: 17. Juli 1986, Berlin, Filmbühne Wien (Kurfürstendamm 26, nicht mehr existent).

Projektion einer 35-mm-Kinofilmkopie.

Zwei längst erwachsene Brüder leben mit ihrer dominanten Mutter und einer entfernten Cousine in einer Berliner Villa. Nach dem plötzlichen Tod der alten Dame versucht der verklemmte der beiden Männer, eine Beziehung zu einer depressiven alleinerziehenden Mutter aufzubauen. Sein Bruder, ein leichtlebiger Frauenheld, möchte das schwierige Verhältnis des problembeladenen Paares überwachen, wozu er sich als Frau verkleidet und als Schwester seines Bruders ausgibt. Der tragikomische „Sexfilm für die ganze Familie“ ist die einzige gemeinsame Regiearbeit von Dagmar Beiersdorf und Lothar Lambert, die anderweitig viel zusammenarbeiteten und in den 70er und 80er Jahren vor allem mit Undergroundfilmen bekannt wurden.

Unser Flyer zu diesem Film. Sie dürfen ihn gern herunterladen, ausdrucken, verteilen oder einrahmen und an die Wand hängen.

Weitere Informationen hier.

 

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Im Zusammenhang mit dieser Aufführung wird das erste Buch über das Schaffen der 1944 geborenen (West-) Berliner Filmemacherin Dagmar Beiersdorf vorgestellt. Der Band versammelt erstmals grundlegende Daten und wesentliche Materialien zu diesen künstlerischen Äußerungen einer Frau, die immer wieder um Frauen (jeglichen Geschlechts) kreisten: Aussagen und Zeugnisse der Künstlerin, biographische Daten, eine detaillierte Filmographie, einen Essay zum Filmschaffen Dagmar Beiersdorfs, einen Überblick der Pressereaktionen, ein Literaturverzeichnis nicht zuletzt ihr frühestes, nicht realisiertes Drehbuch „Alle Mädchen heißen Mäuschen“, welches hier zum ersten Mal veröffentlicht wird. (Jan Gympel: Dirty Daughters und andere Frauen – Die Filme von Dagmar Beiersdorf. Verlag Matthias Herrndorff, Berlin 2013. 272 Seiten, 37 Abbildungen, 29 Euro [D]. Erhältlich direkt beim Verlag und über jeden guten Buchhändler.)

 

 

Quellen der filmographischen Angaben: Originalvorspann, Originalabspann. Erstaufführungsdaren: Programm der Hamburger Kinotage 1985. Kinostartdaten: Berliner Morgenpost vom 17. Juli 1986.

Bilder: Horizont-Filmproduktion.